Weihnachten 2016

Weihnachten 2016

Seit vielen vielen Jahren ist Weihnachten ein von Melancholie gezeichneter Tag für mich. Ab der Scheidung meiner Eltern (ich war 10), hatte es seinen Glanz verloren. Jedes Jahr war ich traurig, das wir nicht mehr zu Dritt feiern. Noch mal 10 Jahre später starb mein Vater. Seitdem erinnert mich Weihnachten jedes Mal schmerzlich daran, das wir nie wieder gemeinsam feiern werden. Egal wie sehr ich mich bemühe, ausschließlich all die wunderbaren Menschen in meinem Leben in der Vordergrund zu rücken, bleibt der 24.12. eine emotionale Achterbahn für mich. Irgendwie fühle ich mich unwohl, leicht gereizt und nahe am Wasser gebaut.

Aber warum ist das so? Als Kind wird einem Weihnachten als magischster Tag des Jahres präsentiert. Die ganze Familie ist beisammen, es gibt Kekse, plötzlich steht ein leuchtender Baum in der Wohnung und es gibt tonnenweise Geschenke. Wenn man Weihnachten also nicht aus religiöser Motivation heraus zelebriert, bleibt es ein Fest der Familie. Kaum jemand  kommt jedoch unversehrt als Erwachsener an. Die Erinnerung – und vielleicht auch eine unbewusste Erwartungshaltung an einen harmonischen, glänzenden Heiligabend ist also vielleicht geblieben. Nur steht plötzlich unübersehbar die Realität im Weg. 

Gestern habe ich also etwas ausprobiert: Anstatt mich vor meiner aufkommenden Melancholie zu fürchten, und mich endlos darüber zu ärgern das ich nach 20 Jahren Frust, Weihnachten noch immer nicht genießen kann, habe ich akzeptiert das dies einfach nicht mein Tag ist. Ich habe mich innerlich laut jammern lassen und darauf gepfiffen, was die Leute von meinem grantigen Gesichtsausdruck halten. Und siehe da, ein paar Stunden später war die miese Laune vergessen und der gestrige Heiligabend hat einen ganz neuen, positiven Eindruck von Weihnachten hinterlassen.  

 

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